Bücherbesprechung: "Das nackte Brot" von Mohammed Choukri und "Der Liebhaber" von Marguerite Duras

Diesmal besprechen wir 2 sehr unterschiedliche kurze Romane. Gemeinsam haben sie die stark autobiographische Prägung und die ausufernde Europäische Kolonialherrschaft in der 1. Hälfte des 20- Jahrhunderts. Ich bin gespannt auf Eure Eindrücke.

 

Neue Teilnehmer sind willkommen, aber ich bitte um Verständnis dafür, dass ich Leute bevorzuge, die schon an früheren Buchbesprechungen teilgenommen haben

 

DAS NACKTE BROT von Mohamed Choukri
 

Mohamed Choukri erzählt seine Kindheit und Jugend in Marokko: Der Vater ist Berber-Bauer in einem kleinen Ort im Rif-Gebirge, wo Choukri 1935 geboren wurde. Die Hungersnot treibt die Familie in die verheißungsvolle Stadt, nach Tanger. Aber auch hier finden sie nichts als Elend und Armut. Die Mülltonnen machen die herumstreunenden Kinder nicht satt. Der Schrei nach Brot wird dem jüngeren Bruder zum Verhängnis: Vom Jähzorn der Verzweiflung übermannt, erwürgt ihn der Vater und vertuscht sein Verbrechen. Mohamed bricht mit den Eltern, er schlägt sich als Dieb und Bettler, als Strichjunge und Spieler durchs Leben. Als das Buch 1982 auf Arabisch erschien, wurde es aufgrund seiner Offenheit und Radikalität verboten. Heute zählt »Das nackte Brot« zusammen mit »Zeit der Fehler«, dessen Fortsetzung, zu den Klassikern der Weltliteratur. 

 

Quelle: Aufbau Verlag (https://www.aufbau-verlage.de/aufbau-digital/das-nackte-brot/978-3-8412-3370-7)

 

»Dieses Buch ist ergreifend, zum Schmunzeln, zum Jauchzen – es ist zum Heulen schön.«  DIE ZEIT.

 

DER LIEBHABER von Marguerite Duras

 

Die fesselnde Erzählung einer leidenschaftlichen Affäre zwischen einer 15-jährigen französischen Schülerin und einem wohlhabenden chinesischen Mann in der Kolonialzeit von Französisch-Indochina. Inmitten der sinnlichen Atmosphäre der 1930er-Jahre werden die Liebenden von einer mystischen Anziehungskraft zueinander hingezogen und stellen sich dabei gegen alle gesellschaftliche Normen und familiäre Erwartungen. Häufig wechselt die Erzählstimme in die dritte Person, die Szenerie von außen betrachtend: 'Er hat ihr das Kleid vom Leib gerissen, er wirft es zu Boden, er reißt den kleinen weißen Baumwollslip weg und trägt sie nackt zum Bett. Und dann dreht er sich zur anderen Bettseite und weint. Und sie, langsam, geduldig, holt ihn zu sich zurück und beginnt ihn auszukleiden.' - 

 

Marguerite Duras (1914-1996) war eine französische Schriftstellerin und Regisseurin. Ihr berühmtestes Werk, Der Liebhaber ist stark autobiographisch geprägt - die Autorin wurde in Saigon, Vietnam (damals Französisch-Indochina) geboren und verließ das Land im Alter von 17 Jahren, um in Paris zu studieren. Lamant (Originaltitel, publiziert 1984) wurde umgehend zum Bestseller, gewann den renommierten Literaturpreis Prix Goncourt und wurde später erfolgreich verfilmt. 

 

Quelle: Humboldt Buchhandlung (https://www.humboldt-bremen.de/shop/item/9783759831514/der-liebhaber-unzensierte-neuauflage-des-erotik-bestsellers-von-marguerite-duras-kartoniertes-buch)

 

»Wenn hier überhaupt von Verführung die Rede sein kann, dann nur in einem anderen Sinne: Ein Buch verführt seine Leser.«

Marcel Reich-Ranicki, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Organisiert von
Isabel aus Düsseldorf
So. 28.06.2026 von 17:00 bis 21:00 Uhr
6 Teilnehmer (aktuell ausgebucht)

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