Wir treffen uns wieder im Frankfurter Stadtteil Dornbusch zu einer neuen Runde in gemütlicher Atmosphäre. Anders als sonst möchte ich diesmal ausschließlich die Männer in unserer Gruppe ansprechen (danach geht es wie gewohnt weiter).
Das Phänomen "Hochsensibilität" wird auch heute noch eher mit Frauen in Verbindung gebracht. Zentrale hochsensible Wesensmerkmale werden oft als "typisch weiblich" interpretiert. Obwohl bei uns mittlerweile von einem "Gender Shift" gesprochen wird, sehe ich überall, dass auch die traditionellen Männerbilder noch existieren. Diese Stereotype in Kombination mit Hochsensibilität können bei Männern daher zu inneren Konflikten führen, wie Dominik Bruenner, der hochsensible Männer coacht, beschreibt:
"... Als hochsensibler Mann entwickelt man unbewusst früh eine Maske. Das Erschreckende daran: Man bemerkt es meist gar nicht. Erst im Nachhinein, wenn man sich mit Hochsensibilität auseinandersetzt, wird einem klar, wie sehr man sich angepasst hat. Man lacht mit, wenn derbe Witze gemacht werden, obwohl sie einen innerlich zusammenzucken lassen. Man gibt sich tough, während das Nervensystem bereits auf Hochtouren läuft. Diese automatische Anpassung an das, was als "normal" gilt, ist wie ein Schauspiel, dessen Rolle man so verinnerlicht hat, dass man sie selbst nicht mehr als Maske erkennt.
In Meetings nickt man zustimmend, während man eigentlich die unterschwelligen Spannungen im Raum spürt und sich davon überfordert fühlt. Man überspielt die eigene Sensibilität mit einer Fassade der Coolness, während man innerlich die vielen Eindrücke zu verarbeiten versucht. Diese Maskerade kostet enorme Kraft – Kraft, die dann für die eigentlichen Aufgaben fehlt. ..."
Gern möchte ich euch zu einem Austausch über euren eigenen Umgang mit der Hochsensibilität einladen.